Zweifel, Schmerz, Enttäuschung

Das Wort Gottes

Die Kirche sollte der sicherste Ort auf der Welt sein, um ehrlich zu sein – über Zweifel, Schmerz, Enttäuschung. Doch für viele fühlt es sich genau andersherum an.

Zu oft hören verletzte Menschen: „Wenn ein Leiter deinen Glauben erschüttert hat – hast du wohl Menschen statt Jesus angebetet.“
Aber was dabei fehlt, ist Mitgefühl.
Was, wenn du jemandem vertraut hast, der dich hätte schützen sollen – und genau der hat dich verraten?
Ich treffe oft Menschen, die sagen: „Deshalb habe ich die Kirche verlassen.“
Und oft reicht ein Satz: „Es ist verständlich, dass du dich so fühlst.“
Allein das kann Tränen lösen – weil es so selten jemand ausspricht.
Manche glauben, sie seien die Einzigen, die so empfinden – dabei sind sie nicht allein.
Jesus fragt seine Jünger nach einer Nacht voller Misserfolg:
„Habt ihr etwas gefangen?“ – „Nein.“
Dann sagt er: „Werft die Netze auf der anderen Seite aus.“
Und sie antworten: „Wir waren die ganze Nacht draußen … aber wenn du es sagst.“
Wenn die Auferstehung wahr ist – und ich glaube, dass sie es ist – dann bedeutet das eine Menge. Unter anderem, dass meine Erlösung nicht davon abhängt, ob ich alles im Griff habe oder ob ich auf eine Weise funktioniere, die anderen gefällt. Wir müssen nicht mit einem Lächeln im Gesicht durch die Tür des Gemeindesaals gehen. Das Kreuz ist eine Einladung zu sagen:
Ich falle gerade auseinander. Der Boden unter mir ist weggebrochen. Ich habe mehr Fragen als noch vor einem Jahr.
Und die Kirche hat gerade eine riesige Chance, wirklich sichere Räume zu schaffen – so wie der Vater, der zu Jesus sagte:
Ich glaube – hilf meinem Unglauben.
Ich begegne Menschen, die genau da stehen:
Ja, ich glaube. Oder ich will glauben. Oder ich habe mal geglaubt. Aber da ist auch noch dieser andere Teil in mir.
Ich sehne mich danach, dass unsere Kirchen Orte werden, an denen man nicht das Gefühl hat, nur geistliche Phrasen aufsagen oder ein Lächeln aufsetzen zu müssen – obwohl man auf der Fahrt dorthin innerlich geschrien hat. Sondern Orte, an denen man sagen darf:
Ich weiß es gerade nicht – aber Jesus, wenn du es sagst.
Ich glaube – hilf meinem Unglauben.
Wie schaffen wir Raum für Menschen, die mitten in dieser Komplexität stecken – damit sie mit ihrem ehrlichen, ganzen, wahren Selbst vor Jesus treten können?
Ich glaube, das ist der Weg zur Heilung.
Amen

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