Biblische Liebe wird in den Schriften nicht primär als Gefühl oder flüchtige Emotion definiert, sondern als eine feste Verpflichtung, die sich durch konkrete Taten und Gehorsam ausdrückt.
Diese menschliche Liebe ist dabei immer eine Antwort darauf, dass Gott uns zuerst geliebt hat. Der Zweck der biblischen Gebote war es, den Menschen das Vorrecht und die reine Gnade ihrer
Beziehung zu Gott bewusst zu machen, die darauf basiert, dass er ihnen zuerst seine Liebe gezeigt hat. Wie es im Neuen Testament heißt, besteht Liebe nicht darin, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn zur Versöhnung für unsere Sünden gesandt hat.
Wir lieben ihn also, weil er uns zuerst geliebt hat. Das Geheimnis, Gott sehr zu lieben, liegt darin, über die unermessliche Schuld nachzudenken, die für uns bezahlt wurde, und zu erkennen, in welch gewaltiger Barmherzigkeit und Gnade wir leben.
Die Grundlage für dieses Verständnis bildet das „Schma Jisrael“ aus dem Alten Testament, das die Menschen dazu auffordert, Gott mit ihrem ganzen Wesen zu lieben.
In diesem historischen Kontext war das Gebot besonders wichtig, um die Einzigartigkeit Gottes gegenüber dem damals weit verbreiteten Götzendienst hervorzuheben.
Es ist bemerkenswert, dass im Alten Testament explizit nur von Salomo gesagt wird, dass er Gott liebte, was unterstreicht, wie gewichtig eine solche Aussage war: Wahre Liebe war kein bloßes Wort, sondern ein Ausdruck des gesamten Lebensweges.
Gott mit „allem“ zu lieben, umfasst dabei verschiedene Dimensionen des Menschseins.
Das Herz fungiert hierbei als das innere Kontrollzentrum für alle Entscheidungen und Pläne, während die Seele die gesamte Person und ihre Eigenschaften repräsentiert.
Die geforderte Kraft wird im Hebräischen als eine Form von „Übermaß“ (very muchness) beschrieben – man soll Gott also mit allem lieben, was man zur Verfügung hat.
Jesus ergänzte diese Dimensionen um den Verstand, um auch die Bedeutung der intellektuellen Hingabe und des bewussten Denkprozesses im Glauben zu betonen.
Ein entscheidender Aspekt ist zudem die untrennbare Verknüpfung der Gottesliebe mit der Nächstenliebe.
Es wird gelehrt, dass der Umgang mit unseren Mitmenschen – besonders den „Geringsten“ – der eigentliche Test dafür ist, wie sehr wir Gott lieben.
In der Geschichte von Petrus wird verdeutlicht, dass wahre, hingebungsvolle Liebe (Agape) mehr ist als bloße Zuneigung; sie bedeutet, den göttlichen Auftrag aktiv umzusetzen, wie etwa durch das Sorgen für andere.
Jesus fragt: „Liebst du mich mit Agape?“
(Willentliche, völlige Hingabe)
Petrus antwortet: „Ich liebe dich mit Phileo.“
(Zuneigung, Freundschaft)
Die Erkenntnis: Petrus konnte keine Agape beanspruchen, weil seine Taten (die Verleugnung) dem widersprachen. Er wusste, dass Agape Gehorsam erfordert.
Die Wiederherstellung: Jesus sagt: „Weide meine Schafe.“
Handeln stellt die Beziehung wieder her.
Letztendlich zeigt sich die Liebe zu Gott darin, dass man konsequent für ihn lebt und seine Berufung im täglichen Leben erfüllt, anstatt ihn nur mit den Lippen zu ehren.
Stop Pretending to Love God! Here’s the Real Test – https://www.youtube.com/watch?v=m82pCz20VUI